In Finnland soll ein Gesetz zur Kurzzeitvermietung eingeführt werden – was bedeutet das in der Praxis?

In Finnland soll ein Gesetz zur Kurzzeitvermietung eingeführt werden – was bedeutet das in der Praxis?

In Finnland wird derzeit ein neues Gesetzespaket vorbereitet, das sich insbesondere auf die Airbnb-ähnliche Kurzzeitvermietung bezieht. Ziel ist es, die Spielregeln zu klären, den Wohnungsmarkt zu schützen und den Kommunen bessere Instrumente an die Hand zu geben, um dieses Phänomen zu steuern, das in den letzten Jahren rasant zugenommen hat.

Was ist eine Kurzzeitmiete?

Unter einer kurzfristigen Vermietung versteht man künftig eine Vermietung, die jeweils weniger als vier Wochen dauert. Dabei handelt es sich in der Regel um die Unterbringung von Touristen oder Urlaubern und nicht um eine dauerhafte Wohnnutzung. Längere Mietverhältnisse fallen weiterhin unter das normale Mietrecht.

Gleichzeitig wird eine Änderung des Mietrechts vorgeschlagen: Das Gesetz würde nicht mehr für kurzfristige, vorübergehende Unterkünfte gelten, sondern hierfür sollen eigene Vorschriften geschaffen werden.

Tageshöchstgrenzen für Anlageimmobilien

Ein zentraler Bestandteil der Änderung des Baugesetzes ist die jährliche Obergrenze für die kurzfristige Vermietung bestimmter Wohnungen.

  • Das eigene ständige Wohnsitz: Eine kurzfristige Vermietung (z. B. gelegentliche Airbnb-Vermietungen) ist grundsätzlich ohne strenge Begrenzung der Tage zulässig, solange sich die Tätigkeit nicht zu einem Beherbergungsbetrieb entwickelt.
  • Investitionswohnungen und andere Wohnungen, die nicht als ständiger Wohnsitz dienen, im Planungsgebiet: Eine kurzfristige Vermietung wäre für maximal 90 Tage im Jahr zulässig, sofern die Gemeinde nicht beschließt, diese Grenze in bestimmten Gebieten auf 180 Tage anzuheben.
  • Ferienwohnungen und Gebiete mit geringer Bebauung: Für diese sind in den Entwürfen keine so strengen Auflagen vorgesehen, da das Hauptaugenmerk auf den Wohngebäuden im Planungsgebiet liegt.

Der Vermieter ist gleichzeitig verpflichtet, nachzuweisen, an wie vielen Tagen die Wohnung im Laufe eines Jahres kurzfristig vermietet wurde.

Neue Tools für Gemeinden und Wohnungseigentümergemeinschaften

Die Gemeinden können künftig die Kurzzeitvermietung in ihren Bauordnungen regeln: Sie können beispielsweise festlegen, in welchen Gebieten die Obergrenze von 180 Tagen gilt und wann eine Kurzzeitvermietung als Nutzungsänderung gewertet wird, für die eine Genehmigung erforderlich ist.

Auch die Stellung der Wohnungseigentümergemeinschaften wird gestärkt. Durch die Änderungen des Gesetzes über Wohnungseigentümergemeinschaften erhält die Gesellschaft klarere Möglichkeiten, gegen Verhaltensweisen vorzugehen, die wiederholte Störungen oder zusätzliche Kosten verursachen – laute und andauernde Kurzzeitvermietungen können im Extremfall dazu führen, dass die Wohnung unter die Verwaltung der Gesellschaft gestellt wird.

Die EU-Verordnung sorgt für Transparenz

Hintergrund ist auch die EU-Verordnung über die kurzfristige Vermietung, die im Mai 2026 in Kraft treten wird. Sie verpflichtet Vermietungsplattformen wie Airbnb und Booking.com, Daten an die Behörden weiterzugeben. Ziel ist es, die statistische Erfassung zu verbessern und eine nationale Registrierung und Kontrolle zu ermöglichen, ohne dass den Vermietern ein unverhältnismäßiger bürokratischer Aufwand entsteht.

Was bedeutet das für den Gastgeber?

Für einzelne Gastgeber sind die wichtigsten Änderungen folgende:

  • Wenn du deine eigene Wohnung gelegentlich vermietest, kannst du wahrscheinlich weitgehend so weitermachen wie bisher
  • Wenn du in einer Investitionswohnung in einem Ballungsgebiet ein Airbnb-Geschäft betreibst, musst du die jährlichen 90/180-Tage-Grenzen und die Buchführungspflicht beachten
  • Wenn sich die Wohnung in einer Wohnanlage befindet, hat die Eigentümergemeinschaft mehr Möglichkeiten, gegen Störungen vorzugehen.

Die Gesetzgebung bringt die dringend benötigte Klarheit in die derzeitige Situation, zwingt aber auch professionellere Anbieter von Kurzzeitvermietungen dazu, ihre Geschäftsmodelle zu überprüfen und nicht nur das nationale Gesetz, sondern auch die Richtlinien ihrer jeweiligen Gemeinde zu beachten.omataloyhtio.

Der nächste Artikel zu diesem Thema befasst sich mit der Kurtaxe für Touristen, über deren Erhebung die Gemeinde bzw. Stadt entscheiden kann.

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