In Hanko stand eine Diskussion über Wirtschaft, Vertrauen und lokales Wachstum im Mittelpunkt
Der Vorsitzende der SDP und AbgeordneteAntti Lindtmanbesuchte am Montag Hanko zusammen mit dem AbgeordnetenJohan Kvarnströmund dem hankoischen ParlamentswahlkandidatenSami Laine. Ein sonniger Frühlingstag lockte die Einwohner von Hanko ins Café Stranden, um über aktuelle Themen zu diskutieren.

Bei der Veranstaltung wurde vor allem über den wirtschaftlichen Kurs der Regierung Orpo gesprochen, doch die Diskussion beschränkte sich nicht nur auf eine Bestandsaufnahme der aktuellen Lage – der Blick richtete sich vor allem darauf, wie Finnland wieder auf Kurs gebracht werden kann.
Lindtman kritisierte die Wirtschaftspolitik der Regierung und stellte fest, dass die Entwicklung in die falsche Richtung gegangen sei.
– Die Verschuldung ist schneller gestiegen und die Arbeitslosigkeit nimmt zu, obwohl das Gegenteil angestrebt wurde. Hätte sich die Beschäftigungslage wie im übrigen Europa entwickelt, wären die öffentlichen Finanzen heute um Milliarden stärker, sagte er.
Seiner Meinung nach ist das Hauptproblem der Mangel an Vertrauen.
– Wenn die Menschen sich nicht trauen, Geld auszugeben, kommt die Wirtschaft nicht in Schwung. Vertrauen ist die wichtigste Währung der Wirtschaft, betonte Lindtman.
Er forderte eine Politik, bei der der „normale Finne“ in den Mittelpunkt gestellt und die öffentlichen Finanzen auf gerechte Weise ausgeglichen werden.
Auch Kvarnström hob konkrete regionale Themen hervor. In West-Uusimaa sind Verkehrssicherheit und Infrastruktur wichtige Investitionsbereiche für die Zukunft.
– Das Aufkommen des Schwerverkehrs nimmt zu, und das macht sich im Straßennetz bemerkbar. Wir brauchen Investitionen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Die Elektrifizierung der Hankorata und der Ausbau der Küstenbahn müssen in Zukunftsszenarien berücksichtigt werden, sagte er.
Darüber hinaus ging Kvarnström auf die Sozialdienste in West-Uusimaa ein.
– Auch wenn die Statistiken einen positiven Trend zeigen, kann die Alltagserfahrung der Menschen eine andere sein. Die Verfügbarkeit von Dienstleistungen und die Berücksichtigung beider Landessprachen sind zentrale Fragen der Gerechtigkeit.
Der lokale Kandidat Sami Laine brachte die Perspektive von Hanko in die Diskussion ein. Seiner Meinung nach gibt es in der Stadt viele Wachstumschancen, auch wenn die Zukunft mit Unsicherheiten verbunden ist.

– Gute Verkehrsanbindungen, wie die Nationalstraße 25 und der Hafen, sind eindeutig unsere Stärken. Gleichzeitig brauchen wir Lösungen, die die derzeitigen großen Arbeitgeber in Hanko unterstützen und bessere Voraussetzungen für die Gründung neuer kleiner und mittlerer Unternehmen schaffen, sagte er.
Laine betonte, dass gerade Kleinunternehmen eine zentrale Rolle bei der Verbesserung der Beschäftigungslage spielen.
– Finnland ist ein Land der Kleinunternehmen: Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen beschäftigt weniger als 10 Mitarbeiter. Dennoch ist die Hürde für sie, einen neuen Mitarbeiter einzustellen, oft zu hoch, stellte er fest.
Seiner Meinung nach konzentrieren sich die derzeitigen Unternehmensbeihilfen zu sehr auf große Unternehmen und fördern die Schaffung von Arbeitsplätzen dort nicht ausreichend, wo das Potenzial am größten wäre. Als Lösung schlägt Laine ein Beschäftigungsmodell für Kleinunternehmen vor, bei dem Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern dazu angeregt würden, arbeitslose Arbeitssuchende einzustellen.
– Nach diesem Modell würde der Staat im ersten Jahr die Lohnnebenkosten sowie die Steuern des Arbeitnehmers übernehmen. Dem Unternehmen bliebe praktisch nur der Nettolohn zu zahlen. Die Leistungen, die ein arbeitsloser Bewerber erhält, wie Arbeitslosengeld, Wohngeld und Sozialhilfe, entfallen natürlich als Kosten, und durch deren Verwendung zur Begleichung der Sozialabgaben und Steuern bleibt die Belastung für den Staat gleich null. Ziel ist es, das Risiko bei der Personalbeschaffung zu senken und dauerhafte Arbeitsplätze zu schaffen, erklärte Laine.
Laine hob auch die Sozial- und Gesundheitsdienste als eine Frage der Werte hervor.
– Die Diskussion darf sich nicht nur um Kürzungen drehen. Wir sollten mehr darüber sprechen, wie Wohlstand geschaffen wird. Ständig über Pläne zu reden, ist hoffnungsloses Ausweichen; nur Handeln gibt Anlass zur Hoffnung.
Der allgemeine Tenor der Diskussionsrunde war kritisch gegenüber der aktuellen Lage, richtete den Blick aber gleichzeitig auf die Zukunft. Die gemeinsame Botschaft lautete, dass es möglich ist, die wirtschaftliche Entwicklung umzukehren – doch dies erfordert eine Stärkung des Vertrauens, gerechte Lösungen und Investitionen in das Wachstum auch auf lokaler Ebene.
Autorin: Tipsu Bazouleva und Redakteur: Esa Aarnio